Aktienmärkte dürften kurzfristig den Boden gefunden haben

In diesen Tagen versucht sich unser deutscher Leitindex, der DAX, an einer kurzfristigen Bodenbildung. Diese Bodenbildung ist durch eine Seitwärtsbewegung zwischen 11.700 und 12.200 DAX-Punkten seit Ende März gekennzeichnet.

Nun könnte aber dem DAX die Saisonalität zur Hilfe eilen. Die durchschnittliche monatliche Wertentwicklung des DAX ist in den Monaten April die dritthöchste eines Jahres. Nur der als Turnaround-Monat bekannte Oktober und der durchschnittliche Dezember führen im Schnitt zu einer noch höheren Wertentwicklung auf Monatsbasis.
Ein wichtiger Faktor für die weitere Entwicklung unseres DAX sind aber vor allem auch die amerikanischen Aktienmärkte. Und dort befinden wir uns dieses Jahr in einem US-Zwischenwahljahr. Der saisonale positive Verlauf des DAX im April ist in solch einem Jahr zwar nicht mehr so ausgeprägt, aber größere saisonale Gefahren für den DAX kommen auch dann erst eher im Mai auf uns zu.
Rein charttechnisch betrachtet begann der amerikanische Aktienmarkt das zweite Quartal gestern, am Ostermontag, mit einem anständigen Dämpfer. Dabei wurde die 200-Tagelinie des viel beachteten amerikanischen Aktienindex, dem S&P 500 – Index, unterschritten. Wenigstens konnte sich der Schlusskurs aber nochmals von seinen Tagestiefs nach oben hin entfernen, nachdem er zuvor intraday im Tief auf seiner 250-Tagelinie aufgesetzt hatte. Und charttechnisch ist dies zunächst sehr positiv zu werten. Besonders stark traf es gestern die Technologie-Titel. Und so notieren jetzt alle US-Indizes für dieses Jahr auf Dollar-Basis im Minus.  Es wird nun für den weiteren Verlauf des amerikanischen Aktienmarktes wichtig sein, seine 200-Tagelinie zurückzuerobern. Die Chancen dafür stehen kurzfristig nicht so schlecht. Denn antizyklisch betrachtet, lag das Abwärtsvolumen an der New Yorker Börse gestern ziemlich hoch und nahm damit schon panische Züge an.  Und dieser “Ausverkauf“ ist wiederum positiv zu werten, so dass sich die Aktienmärkte jetzt beruhigen sollten.


Ganz genau sollte man in den nächsten Wochen auf die Zinsstrukturkurve der USA schauen. Bekanntlich wird es für die Aktienmärkte dann ungemütlich, wenn diese Zinskurve als sehr gutes Frühwarnsystem invers wird. Und dies wird sie dann, wenn die Zinsen für kurzfristige Anleihen höher stehen als die für langlaufende Anleihen. Ausschlaggebend für den weiteren Verlauf der Aktienmärkte ist statistisch betrachtet vor allem der 2-Jahres-Zins im Vergleich zu den 10-jährigen Anleihen. Noch sind die 2-Jahres-Zinsen mit ca. 2,27% nicht höher als die 10-jähriger Anleihen mit aktuell 2,74%. Doch die Zinsspanne beträgt jetzt nur noch rund 50 Basispunkte und die Zinsen am langen Ende kommen immer weiter zurück. Die Zinsstrukturkurve verflacht sich damit zunehmend. Aktuell besteht keine Gefahr; eine inverse Zinsstrukturkurve war aber bisher immer ein sehr guter Vorbote für das weitere Agieren der Notenbanken und zeitversetzt letztendlich für größere Korrekturen an den Aktienmärkten. Zuletzt war die o.a. Zinsstrukturkurve Anfang 2006 bis Mitte 2007 invers, bevor dann der Crash an den Aktienmärkten 2008 erfolgte.
 
Tasten wir uns also diszipliniert weiter durch die volatilen Finanzmärkte nach vorne.

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