Aufwärtstrend weiterhin in Takt

Weiterhin sind die Aufwärtstrends an den internationalen Aktienmärkten mehrheitlich in Takt. Vor allem die Nebenwerte in den USA, abgebildet vor allem durch den Russell 2000-Index, machen einen konstruktiven Eindruck. Damit ist auch die Marktbreite insgesamt in den USA weiterhin in Takt, genauso wie übrigens auch in Japan. Solange auch die eigentlichen Leitindizes in den USA, wie z.B. der S&P 500 Index, noch oberhalb wichtiger langfristiger Unterstützungslinien notieren, sollte man sich nicht vollständig aus den Aktienmärkten zurückziehen – trotz der saisonal schwierigeren vor uns liegenden Phasen (Stichwort: sell in may and go away).


Mittelfristig gibt das Volumen der auf Kredit gekauften Aktien zu denken. Dieses Nachkriegshoch im Kreditvolumen ist allerdings ein sehr früher Frühindikator und berührt die Aktienmärkte nicht unmittelbar. Doch mittelfristig haben wir diese ungesunde Situation der Aktienkäufe auf Kredit natürlich im Hinterkopf abgespeichert.
 
Was im Laufe der nächsten Wochen die Aktienmärkte belasten dürfte, ist die Zinssituation in den USA. Gemäß Fed Funds Futures liegt die Wahrscheinlichkeit für eine vierte US-Leitzinserhöhungen im Dezember 2018 bei über 40%. Kein Wunder also, dass die Renditen amerikanischer Anleihen weiter ansteigen und sich zudem der Spread der Renditen kurz- und langfristiger US-Anleihen zueinander immer weiter verkleinert. Schon jetzt beträgt der Unterschied zwischen den Renditen 2-jähriger zu 10-jährigen US-Staatsanleihen weniger als 0,5%. Negativ/invers sollte der Spread allerdings nicht werden, da sonst eine Rezession in den darauffolgenden Monaten drohen könnte. 

Doch auch ohne einen negativen Spread stellt der Anleihenbereich in den USA zunehmend eine Konkurrenz für den Aktienmarkt dar. Denn im Gegensatz zu Deutschland ist die Verzinsung im US-Staatsanleihenbereich auch unter Berücksichtigung der Geldentwertung / Inflation (= Realverzinsung) bereits wieder positiv – und dies bereits bei Laufzeiten von über 2 Jahren. 10-jährige Staatstitel z.B. rentieren immerhin schon mit über 3% (3,09%). Da könnte es schon manchem US-Anleger in den Fingern jucken und er könnte geneigt sein, zunehmend von schwankungsreichen Aktien in Anleihen mit planbarerer Verzinsung und positiver Realverzinsung umzuschichten.

Ganz anders die Situation bei uns in Deutschland. Bei uns ist der Realzins über den gesamten Laufzeitenbereich, von einem Monat bis hin zu 30 Jahren, negativ. Wer bei uns Staatsanleihen kauft, verliert unter der Berücksichtigung der Inflation Geld. Selbst wer dem Staat für 30 Jahre Geld leiht und somit Staatsanleihen kauft, verliert - trotz des 30-jährigen Verzichts auf das Kapital – real Geld.
Bedenken sollte man auch, dass bei Unruhen auf dem US-Aktienmarkt auch europäische Aktien nicht ungeschoren davon kämen. Hausgemachte Probleme hat die Eurozone aber auch. Denken wir nur an die italienischen Wahlen, die hohe Arbeitslosigkeit in Südeuropa oder auch an die Flüchtlingskrise.

Tasten wir uns also weiter vor.

 

 

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