Bärenmarktrally oder Neue Hausse?

Diese wichtige Frage treibt Anleger und Investoren weltweit um. Eine abschließende Antwort auf diese Frage ist allerdings zum jetzigen Zeitpunkt kaum möglich.

Was für eine Bärenmarktrally spricht:

-          Die negativen Auswirkungen der Coronakrise sind in vollem Umfang derzeit noch gar nicht absehbar

-          Nach dem verheerenden Frühjahrscrash erscheint eine steile, V-förmige Erholung eher unwahrscheinlich.

-          Charttechnisch ist ein Re-Test der März-Tiefs nicht auszuschließen.

Was dafür spricht, dass ein neuer Aufwärtstrend begonnen hat:

-          Mitte März wurden aus charttechnischer Sicht in den meisten Indizes enorm wichtige Unterstützungen erreicht.

-          Seither sind steigende Hochs und steigende Tiefs zu beobachten.

-          Viele Aktien, besonders in Europa, notierten Mitte März im Bereich ihrer Buchwerte, manche sogar deutlich darunter, der Abverkauf war übertrieben.

Wie wir die Situation sehen:

Wir halten es für durchaus möglich, dass die Tiefpunkte von Mitte März die Tiefpunkte des Jahres 2020 werden können. Eine stabile Aufwärtsbewegung ohne große Rücksetzer kann sich unseres Erachtens aber erst etablieren, nachdem die Märkte zuvor noch einmal Schwung holen. Wir erwarten deshalb im Laufe des zweiten Quartals (beginnend wahrscheinlich schon Anfang Mai!) eine Korrektur, die z.B. den DAX noch einmal deutlich unter die Marke von 10.000 Punkten führen sollte.

Unsere Strategie:

Wir sind zwar vorsichtig optimistisch für das Jahr 2020, aber aufgrund der aktuellen Situation und eines erheblichen Rückschlagpotentials ist ein ausgewogenes Risiko-Management derzeit besonders wichtig. Bis auf weiteres bleiben geeignete Absicherungsmaßnahmen ein Kernelement unserer Strategien.

 

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Ergebnisse I. Quartal 2020

Nach dem erfolgreichen Jahresstart mit zum Teil neuen Allzeithochs in einigen Indizes kam wie aus dem Nichts der schärfste Aktienindex-Einbruch seit der Weltwirtschaftskrise 1929 und dem Crash 1987. Dieses Mal ging aber alles zeitlich viel schneller.

So notierten zum Quartalsultimo (31.03.2020) alle weltweiten Indizes deutlich im Minus:

DAX -28%; Dow Jones -24%; Euro Stoxx50 -28%; Frankreich -29%; Österreich -39% Griechenland -43%, Singapore -28%; Indien -34%; Südafrika -42%; Brasilien -53%.

Kurios ist auch die Tatsache, dass sich das Land des Corona-Virus China mit -14% mitunter noch am besten geschlagen hat.

Wie bereits in der letzten Ausgabe berichtet haben wir diesen Crash hervorragend gemeistert. Hier hat sich das Moneymanagement erneut bewährt. Vor allem unsere Einzelaktien- als auch unsere standardisierten Vermögensverwaltungsstrategien mussten dieses Jahr keine bzw. nur einstellige Kursrücksetzer verbuchen (siehe folgender Chart).

Zum Vergleich: Die beiden unteren Charts rosa und lila sind der Dow Jones (rosa) und der DAX (lila).

 

 

Hervorragende Chancen

Diese Krise wird uns sicherlich noch einige Zeit beschäftigen und keiner kann im Moment die Folgen genau einschätzen. Auch aus Investorensicht bleibt es auf absehbare Zeit ein sehr anspruchsvolles Umfeld. Dieses Umfeld in dem wir sehr wahrscheinlich noch einige starke Schwankungen – sowohl nach oben als auch nach unten – sehen werden, bietet uns auch hervorragende Investitionschancen. Da wir diesen Crash bis dato sehr gut gemeistert haben, werden wir diese Chancen nutzen und sind für den weiteren Jahresverlauf für unsere Strategien weiterhin sehr positiv gestimmt. 

 

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Historischer Ölpreiscrash

Erstmalig in der Geschichte ist der Ölpreis an der New Yorker Börse in Negative gestürzt. Der auslaufende Mai-Kontrakt für die Ölsorte WTI fiel letzte Woche ins Minus. Ein Barrel Rohöl (159 Liter) kostete zeitweise minus (!) 37 Dollar. Wer seinen Öl-Kontrakt verkaufen wollte, musste also Geld dazugeben. Irre- das gab es noch nie!

 

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Vorabpauschale belasten das Konto

Mit Einführung des sogenannten „Investmentsteuerreformgesetz“ hat sich die Besteuerung von Investmentfonds grundlegend geändert.

Bisher galt das „Transparenz-Prinzip“: Die Fondsgesellschaften mussten bei jeder Ausschüttung oder Thesaurierung eine Mitteilung machen, um welche Erträge (Zinsen, Dividenden, Mieteinahmen, etc.) es sich im Einzelnen handelt. Das neue System ist nun zweistufig. Als Erstes findet auf Fondsebene eine sogenannte Vorabbesteuerung statt.

Bitte beachten Sie! Als Zweites werden von der depotführenden Bank die Steuern auf diese sogenannte „Vorabpauschale“ vom Konto eingezogen, so dass dadurch das Konto auch ins Minus rutschen kann.

Wenn später die Fondsanteile verkauft werden, werden die bereits versteuerten Vorabpauschalen berücksichtigt, so dass es insgesamt zu keiner steuerlichen Mehrbelastung (Doppelbesteuerung) kommt.  Was für ein Verwaltungsaufwand!!!

 

 

 

GFA Vermögensverwaltung