Crash unwahrscheinlich

Auch wenn noch mit kleineren gesunden Rücksetzern an den Aktienmärkten weltweit im Laufe der nächsten Wochen zu rechnen ist, so dürften sich die Aktienmärkte schnell wieder davon erholen und neue Höchststände erklimmen. Ein Grund hierfür ist die laufende Berichtssaison in den USA. Die Gewinne und Umsätze der im S&P 500 – Index enthaltenen Aktiengesellschaften sind nämlich besser ausgefallen als erwartet. Die Unternehmensgewinne steigen damit das dritte Quartal in Folge und auch die Ausblicke der Unternehmen sind positiv zu werten. Flankiert werden die sich festigenden Wachstumstrends der Konjunktur – vor allem in Europa – von einem weiterhin niedrigen Zinsniveau bei gleichzeitig geringer Inflation. Vor allem in der Eurozone liegt inzwischen eine synchrone Erholung des wirtschaftlichen Aufschwungs vor – vor allem in den wirtschaftlich wichtigsten Ländern der Eurozone, Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien.

Um die immer noch charttechnisch überkaufte Situation an den Aktienmärkten abzubauen bleibt trotzdem die Frage, wie weit eine potentielle Korrektur jetzt gehen könnte.
Rein charttechnisch wäre im DAX vor allem das ehemalige Ausbruchsniveau bei 10.400 bis 10.483 DAX-Punkten zu nennen. Und bedenken wir; selbst ein Abtauchen in die Zone zwischen ca. 12.150 bis 12.375 DAX-Punkte wäre gesund und würde den mittelfristigen Aufwärtstrend nicht verletzten. Anlegern, die vorzeitig aus den Aktienmärkten aussteigen, könnte sogar das Problem ereilen, bei einer Bestätigung der Unterstützungslinien nicht schnell genug wieder in die Aktienmärkte einsteigen zu können. Ein ruhiges, nicht emotionales Vorgehen, wie wir es in unseren Fonds umsetzen, bleibt also gefragt.

Übergeordnet betrachtet bleibt die monetäre Politik der wichtigsten Notenbanken weltweit für den Verlauf der Aktienmärkte sehr wichtig. Die USA haben zwar bereits mit Zinserhöhungen und damit mit einem Abbremsen der Volkswirtschaft begonnen, wir könnten uns jedoch vorstellen, dass die Fed abwarten wird, bis man besser beurteilen kann, ob in den USA bereits von einem nachhaltigen Wachstum gesprochen werden kann.

Verhaltenspsychologisch betrachtet ist bereits viel Optimismus bei den Anlegern abgebaut worden. Das ist positiv zu werten. Laut sentix, einem Sentimentexperten, ist positiv zu werten, dass das sogenannte strategische Bias für den DAX eine Bodenbildung ausbildet. Ein Zeichen dafür, dass sich das Grundvertrauen in Aktien stabilisiert. Zwar ist dies kein Hinweis auf ein unmittelbar bevorstehendes Ende der Konsolidierung, wohl aber ein Hinweis darauf, dass die größten Korrekturen an den Aktienmärkten bereits hinter uns liegen könnten.

Saisonal betrachtet sei nochmals erwähnt, dass wir bis Ende September volatile Aktienmärkte vor uns haben dürften. Der Durchschnittsverlauf speziell von 7er Jahren, wie 2017, verläuft jedoch seit 1897 bezogen auf den Dow Jones – Index von Ende Mai bis Anfang August äußerst positiv und ist sogar die beste Phase während des gesamten 7er-Jahres. Überbewerten würden wir aber solche saisonale Auswertungen nicht. Für uns sind sie aber durchaus ein Baustein innerhalb einer Gesamtbetrachtung der Finanzmärkte.

Bitte beachten Sie, dass in KW 22 kein Update erscheint.

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