Die größten Baissen in den USA seit 1948

Eine hohe Bewertung der Aktienmärkte, eine inverse Zinsstruktur und Rezessionen waren bisher die Bedingungen für größere Einbrüche an den Aktienmärkten. Was es damit auf sich hat und wie diese drei Bedingungen aktuell einzuordnen sind, wollen wir hier untersuchen:

  • Rezession:
    Bei einem Absinken des BIP über zwei Quartale in Folge wird allgemein von einer Rezession gesprochen. Festgestellt wird die Rezession in den USA durch die NBER – leider immer erst hinterher und mit einer Verzögerung von im Schnitt 9 Monaten. Zu beachten sind dabei folgende Eigenschaften von Rezessionen:

    - Aktienkurse beginnen schon vor Beginn einer Rezession zu fallen – seit 1892 bis 2008 war dies in 40 der 42 Rezessionen der Fall - und erholen sich bereits wieder, bevor die Rezession endet bzw. die konjunkturelle Erholung augenfällig wird; Siehe hierzu Spalte (4) sowie Spalte (3) und (2) der Tabelle
    - Einbrüche bzw. Baissen ohne Rezessionen als Begründung für den Einbruch gab es nur in 1966 und 1987. In diesen beiden Jahren waren aber die Bewertung der Aktienmärkte recht hoch und ab 1965 wurde die Zinsstrukturkurve invers.

Inverse Zinsstrukturkurve:
Anleger verlangen für langlaufende Anleihen aufgrund des dann höheren Risikos einen höheren Zins. Dadurch ist i.d.R. das Zinsniveau am langen ende höher als am kurzen Ende.
Fährt jedoch die Notenbank einen restriktiven Kurs und erhöht die Leitzinsen, so erhöhen sich die Zinsen am kurzen Ende. Der Zins am langen Ende wird durch das Verhalten der Marktteilnehmer reflektiert. Gehen die Marktteilnehmer von einer niedrigen Inflation oder von einer bevorstehenden Konjunkturschwäche aus, investieren die Marktteilnehmer in langlaufende Anleihen. Dadurch sinkt der Zins am langen Ende und die Kurse steigen. Sinkende Zinsen am langen Ende und steigende Zinsen am kurzen Ende führen über eine flache Zinsstrukturkurve zu einer Inversion. Auch eine Kreditvergabe wird für Banken unter diesen Bedingungen uninteressant. Schließlich verdient man durch eine möglichst steile Zinsstrukturkurve bei der durch die Kreditvergabe zu hohen Zinsen Geld verdient wird und die Refinanzierung über die Zentralbank zu günstigen Zinsen lukrativ ist.
Die Inversion der Zinsstrukturkurve war bisher ein verlässlicher Indikator für eine Rezession.

Bewertung der Aktienmärkte:
Sind Aktienmärkte hoch bewertet, neigen diese zu Korrekturen bzw. verschärfen Korrekturen. Das eine Überbewertung jedoch nicht als Timingfaktor dienen kann zeigt die untenstehende Grafik.

Eine Kurze Präsentation mit Grafiken zu diesem Thema erhalten Sie hier

Quelle: www.wellenreiter-invest.de

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