Die Luft ist dünn

Auch wenn der DAX die Allzeithochs in den nächsten Tagen noch sehen könnte, so ist die Luft inzwischen äußerst dünn geworden. Vor allem im Bereich der ehemaligen Allzeithochs warten starke Widerstände auf den DAX. Längst überfällige Korrekturen könnten im Bereich zwischen 12.200 bis 12.400 beginnen. Da der Trend bisher aber nicht gebrochen ist, bleiben wir natürlich diszipliniert investiert und warten darauf, welchen Weg der Markt schließlich einschlagen will.

Wir rechnen jedoch weiterhin nicht mit einem Crash. Wahrscheinlich könnten die Aktienmärkte nach einem Test der mittelfristigen Aufwärtstrends an diesen wieder nach oben drehen, ohne dass wir die Aktienquoten vorher reduzieren müssten. Konstruktiv verändern sich nämlich inzwischen die sentiment-/verhaltenstechnischen Indikatoren. Der Überoptimismus wurde nämlich schon ein gutes Stück weit abgebaut. Auch ein möglicher bevorstehender Crash wird inzwischen immer mehr in der Presse herumgereicht. Doch einen Crash mit Ansage gab es bisher noch nie.
Mit Sicht auf die nächsten Monate will jedoch mittel- bis langfristig weiterhin keine Zuversicht aufkommen – so sentix, der Experte für die verhaltenspsychologische Seite an der Börse. Dies könnte sich in den nächsten Monaten in Form nachgebender Aktienkurse rächen. Bereits seit Mitte Januar geht der sogenannte strategische Bias und somit die Zuversicht für Deutsche Aktien zurück, die Aktienkurse selbst steigen jedoch unberührt weiter an. Wie und wann sich diese Divergenz auflösen wird, wissen wir aber alle nicht.
 
Der wichtigste Indikator in der letzten Woche war die Veröffentlichung des ifo-Geschäftsklimaindex. Wie bereits in den letzten Wochen an dieser Stelle geäußert spricht auch dieser übergeordnet wichtige Indikator nicht für einen bevorstehenden Crash – höchstens für eine Korrektur mit anschließend weiter steigenden Aktienkursen. Grund: Noch nie gab es bisher einen Crash, wenn der Teilindikator des ifo-Geschäftsklimaindex “Geschäftserwartungen“ zusammen mit dem Teilindikator “Beurteilung der Geschäftslage“ gleichzeitig angestiegen ist. Und so war es auch letzten Montag. Der ifo-Geschäftsklimaindex steht nun mit 112,3 Punkten auf dem höchsten Stand seit Juli 2011.
Zu Beginn dieser Woche stehen nun weitere wichtige Konjunkturdaten an. Von zentraler Bedeutung sind für uns die beiden ISM-Einkaufsmanagerindizes für den verarbeitenden Bereich und den Dienstleistungsbereich. Da der bereits letzten Freitag veröffentlichte Einkaufsmanagerindex aus Chicago positiv überraschte, dürfte es keine negativen Überraschungen geben.

Saisonal betrachtet endet der Monat April i.d.R. positiv. Erst ab Mai wird es erfahrungsgemäß volatiler und das schwächere Börsenhalbjahr bis einschließlich Oktober wird dann eingeläutet.

Betrachtet man sich die Aktienkurse weltweit, so muss man feststellen, dass vor allem die Aktien an der Leitbörse USA inzwischen hoch bewertet sind. Leider aber ist diese Erkenntnis nicht als Timing-Instrument geeignet. Auch ambitioniert bewertet Aktienmärkte können noch viele Monate oder sogar Jahre weiter ansteigen.

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