Die Realwirtschaft muss dieses Jahr liefern

Der kurzzeitige aber heftige Minicrash Anfang Februar hat einige Investoren aufgeschreckt. Ein weiteres Jahr mit stetigem und schwankungsarmem Aufwärtstrend an den Aktienmärkten, wie 2017, wird sich wohl in 2018 nicht wiederholen. Das Aktienjahr 2018 muss dennoch nicht negativ enden. Eine wichtige Voraussetzung für einen übergeordnet positiven Verlauf der Aktienmärkte wäre allerdings, dass die Wirtschaft zeigt, auch ohne Unterstützung der Notenbanken wachsen zu können. Weitere Bewährungsproben hierfür stehen in den nächsten Monaten bevor – vor allem in den USA. Dort nämlich erfolgt im März der nächste Zinsschritt nach oben, der allerdings schon in den Finanzmärkten eingepreist sein dürfte. Vor allem aber auf die Verlautbarungen der Fed im Zuge dieser Leitzinserhöhung im März werden die Marktteilnehmer achten müssen. Schließlich kann noch niemand den neuen Notenbankpräsidenten, Herr Powell, richtig einordnen.

Auf Sicht der nächsten Jahre wird eine Rückkehr zu einer gewissen Normalität in der Notenbankpolitik und damit auch in der Zinslandschaft das weitere Wachstum in der Realwirtschaft und damit auch die Finanzmärkte immer mehr auf die Probe stellen. Schließlich wurde die letzten Jahre das Wirtschaftswachstum durch ultraniedrige Zinsen und Anleihenkäufe gedopt. Noch wächst die Geldmenge weltweit; ab Herbst aber wird die Geldmenge anfangen zu schrumpfen - vorausgesetzt, die Wirtschaft ist in weiterhin guter Verfassung; sollte sie jedoch Schwächen zeigen, müss(t)en die Notenbanken wieder einspringen und die Wirtschaft mit wieder niedrigen Zinsen sowie Anleihen- und Aktienkäufe stabilisieren. Psychologisch betrachtet wäre das dann aber ein Eingeständnis für eine verfehlte Notenbankpolitik. Die Finanzmärkte würden dies dann wohl entsprechend negativ interpretieren.

Kurzfristig betrachtet tun sich die 10jährigen US-Anleihen schwer damit, die 3%-Hürde zu überwinden. Das ist ein positives Signal für die Aktienmärkte. Zusätzlich ist positiv zu werten, dass das Währungspaar Euro/Dollar aktuell die 1,25 nicht überwinden kann. Sogar ein Zurücklaufen bis zur 1,21 ist kurzfristig möglich. Darauf hatten wir auch in einem ntv-Interview vor ca. zwei bis drei Wochen hingewiesen. Aufgrund der hohen Zinsdifferenz müsste der Dollar sowieso gegenüber dem Euro zulegen. Kurzfristig sind die Aktienmärkte jedenfalls gut unterstützt - zumal die Euphorie inzwischen etwas deutlicher aus den Finanzmärkten entwichen ist. Verhaltenspsychologisch und charttechnisch ist ebenfalls positiv zu werten, dass am letzten Freitag in den letzten zwei Stunden Käufer die Aktienmärkte in den USA wieder hoch getrieben haben. Vielleicht entfaltet die Trumpsche Steuerreform bereits ihre Kraft. Ähnlich war es schon in 1986. Als die Steuern damals von Ronald Reagan gesenkt wurden, gab dies in den darauffolgenden Monaten einen Schub für die Unternehmensgewinne, was anschließend dann auch positiv von der Börse interpretiert wurde.

Was unseren deutschen DAX anbetrifft, so hat er noch einige Wiederstände vor sich. Richtig positiv wird es beim DAX nämlich erst dann, wenn er die 12.600 Punkte überwinden kann und dann vor allem auch die 200 Tageslinie bei aktuell ca. 12.750 Punkten. Vielleicht gelingt ihm das ja im Schlepptau der amerikanischen Index-Brüder? 

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