Entwarnung oder Warnschuss ?

Gestern (24.04.2018) wurde der ifo-Geschäftsklimaindex für den April veröffentlicht. Bereits seit November 2017 tendiert die Erwartungskomponente nach unten und auch für den April sinkt nun die Stimmung in den deutschen Unternehmen.

Zwar wurde die Berechnungsmethodik des ifo-Index geändert, doch der Einbruch seit einigen Monaten ist nicht zu übersehen – vor allem was den Erwartungswert anbetrifft. Letzte Woche brach bereits der Erwartungswert des ZEW regelrecht ein. Die aktuelle wirtschaftliche Lage ist zwar immer noch sehr positiv zu bewerten, und eine Rezession ist nicht unbedingt zu erwarten, doch die Wirtschaftsdaten verschlechtern sich immer mehr auf breiter Front. Das müssen wir als Anleger im Auge behalten, zumal die Erwartungen gar einer vierten US-Leitzinserhöhung noch im Dezember dieses Jahres gemäß der Fed Funds Futures bei inzwischen rund 38% liegen. Die nächste US-Leitzinserhöhung steht uns ja schon mit hoher Wahrscheinlichkeit im Juni bevor. Und so dürfte auch die Zinsstrukturkurve immer flacher werden, vor allem was die von uns genau betrachtete Differenz der Zinsen 10-jähriger und 2-jähriger US-Anleihen anbetrifft. Zwischen beiden Laufzeiten beträgt die Differenz aktuell nur noch ca. 0,5%. Und wir wissen ja; eine inverse Zinsstrukturkurve dürfte von den Marktteilnehmern negativ aufgenommen und mit Rezessionsgefahren in Verbindung gebracht werden.

 

Nicht positiv aufgenommen werden aktuell auch die an sich steigenden Zinsen auf allen Ebenen. Gestern überschritten z.B. die Zinsen der 10jährigen Papiere erstmals seit Anfang 2014 die 3%-Marke. Und die Zinsen der 2-jährigen Titel notieren mit 2,5% schon auf dem höchsten Stand seit 2008!     

 

Betrachtet man sich allerdings die aktuelle wirtschaftliche Situation, so ist positiv zu vermerken, dass die Wirtschaftsprognosen für das weltweite Wirtschaftswachstum vom IWF für 2018 und 2019 erhöht wurde. Auch die Quartalsberichtssaison in den USA läuft bisher sehr gut. Die Erwartungen der Analysten bez. Umsatz und Gewinn wurden in der laufenden Quartalsberichtssaison bisher übertroffen. Die Trumpsche Steuerreform lässt grüßen. 

 

(Chart)technisch betrachtet scheinen die Aufwärtsbewegungen an den Aktienmärkten an Kraft zu verlieren. Schulbuchmäßig tut sich der DAX mit dem Überwinden seiner 200-Tage-Linie schwer. Diese Linie ist nun mal eine wichtige Demarkationslinie zwischen einem Auf- und Abwärtstrend. Zudem fällt nun dieses 200-Tagelinie selbst seit Anfang Februar. Und so steht zunächst die Unterstützungszone bei ca. 12.180 DAX-Punkten wieder im Fokus. Eingebettet in eine charttechnische Betrachtung des Gesamtmarktes muss man aber konstatieren, dass sich die amerikanischen Aktienmärkte weiterhin oberhalb ihrer 200-Tagesllinie aufhalten und auch andere charttechnische Signale in den USA positiv bleiben. Sollten aber auch diese Unterstützungen fallen, könnten größere Verluste folgen.

 

Wir selbst sind hierfür bezüglich unserer Fonds und Strategien gut aufgestellt. Die Aktienquoten sind bereits gering und die nächsten Signale für eine weitere Reduzierung nicht weit entfernt. Insofern können wir die Situation an den Finanzmärkten in aller Ruhe weiter beobachten und entsprechend bewerten.

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