Gut zu wissen: Tipps und Informationen

Negativzinsen und Verwahrentgelte

Die Negativzinsen kosten den Banken richtig Geld und schmälern das Jahresergebnis um Millionen Euro. Aus diesem Grund verlangen immer mehr Banken Negativzinsen bzw. ein Verwahrentgelt. Es gibt bereits Broker die ab dem ersten Euro Negativzinsen verlangen. Die Regel ist jedoch, dass erst ab einem Guthaben von 100.000 Euro die Negativzinsen bzw. das Verwahrentgelt verlangt wird.

Tipp: Bei einigen Banken wird der Freibetrag nicht auf Kundenebene, sondern auf Portfolioebene berechnet. Das hat zur Folge, dass z.B. ein Anleger der drei Depots hat, den Freibetrag jeweils pro Depot erhält.

Es drohen dieses Jahr steuerliche Verluste, wenn Aktien oder Anleihen wertlos werden
Corona hat einige Unternehmen hart getroffen und sie werden diese Krise nicht überleben. Das hat zur Folge, dass die Anleihen bzw. Aktien wertlos und aus dem Depot ausgebucht werden könnten. Neben dem wirtschaftlichen Schicksal droht dann auch noch ein steuerlicher Verlust. Denn solche Totalverluste werden pro Jahr nur noch bis 10.000 Euro anerkannt.
Tipp: Aktien und Anleihen von Unternehmen, bei denen keine Hoffnung mehr besteht, sollten dieses Jahr noch verkauft werden. Denn dann handelt es sich um keinen Totalverlust, sondern die realisierten Verluste können ganz normal mit Gewinnen verrechnet werden.
 
AAB geht zu Ebase
Die European Bank for Financial Services GmbH (ebase) übernimmt das Wertpapiergeschäft der Augsburger Aktienbank AG, der Kaufvertrag wurde am 30. Juni unterzeichnet. Die Transaktion soll bis Mitte nächsten Jahres vollzogen werden.
Mit knapp 300 Mitarbeitern, mehr als 280 Kooperationspartnern, wie Banken, Versicherungen, Vermögensverwaltern und unabhängigen Finanzanlagevermittlern und mehr als 1 Million Kunden ist ebase in Deutschland eine der führenden B2B-Direktbanken. Seit 2019 ist ebase Teil der FNZ Gruppe, einem in London ansässigen, weltweit führenden Anbieter von digitalen B2B-Anlagelösungen für Finanzdienstleister.
„Wir als ebase aber auch die FNZ Gruppe wollen in den nächsten Jahren weltweit und speziell auch in Deutschland weiterwachsen. Ziel ist es, auch in Deutschland der führende Anbieter von digitalen B2B-Anlagelösungen für Finanzdienstleister und deren Kunden zu werden. Die Übernahme des Wertpapiergeschäfts der Augsburger Aktienbank mit dem starken Team vor Ort passen daher sehr gut in unsere Strategie“, so Kai Friedrich, CEO der ebase.

Leitgedanken zum Marktgeschehen:

Wirecard: Der im DAX gelistete Finanzdienstleister verlor im Juni bis zu 99% seines Börsenwertes und ist inzwischen zu einem Zockerpapier verkommen. Spätestens im September wird Wirecard die erste deutsche Börsenliga verlassen müssen. Inzwischen wird immer deutlicher, dass bei den Bilanzierungstricks des Unternehmens pure kriminelle Energie am Werk war, der ehemalige Finanzvorstand Jan Marsalek ist spurlos verschwunden. Aufsichtsbehörden wie die BAFIN stehen blamiert da und das Ansehen des Deutschen Aktienindex ist beschädigt.

Argentinien: Nachdem das Land bereits Anfang Juni Zinszahlungen in Höhe einer halben Milliarde Dollar nicht bedient hatte, stehen jetzt noch ganz andere Beträge im Feuer, nämlich rund 65 Milliarden Dollar. Es läuft eine Fristverlängerung bis zum 24. Juli, um sich mit den Gläubigern zu einigen. Kommt keine Einigung zustande, wäre das der neunte Staatsbankrott Argentiniens.

Öl: Nach den Kurskapriolen im April (negative Ölpreise) und der fulminanten Ölpreis-Rally im Mai hat sich der Preisanstieg im Juni deutlich verlangsamt. Es ist wieder eine gewisse Normalität am Ölmarkt eingetreten.

Corona: Während Europa inzwischen mit der Pandemie gut zurechtkommt, setzt sich der steile Anstieg der Corona-Infektionen in den USA immer weiter fort. Es scheint fast, als hätten die Vereinigten Staaten den Kampf gegen die Pandemie aufgegeben. Die Wirtschaft hat oberste Priorität. Dennoch oder gerade deswegen verliert Präsident Trump eine Menge Anhänger. Die Chancen einer Wiederwahl im November beginnen zu schwinden.
USA-China: Säbelrasseln im südchinesischen Meer. Die USA absolvieren am Unabhängigkeitstag ein brisantes Manöver in unmittelbarer Sichtweite chinesischer Kriegsschiffe. Peking spricht von einer militärischen Provokation. Das Manöver findet zu einer Zeit statt in der ohnehin genügend Spannungen zwischen China und den USA zu beobachten sind.

Hong Kong: China erlässt ein neues „Sicherheitsgesetz“ für Hong Kong und kündigt damit die mit Großbritannien vereinbarten Sonderregelungen für Hong Kong auf. Die internationale Staatengemeinschaft protestiert. Die USA überdenken die Handelsbeziehungen mit Hong Kong.

Deutschland: Die Industrieproduktion in Deutschland beginnt sich zu erholen. Nach dem Rekordrückgang auf dem Höhepunkt der Corona-Krise stieg die Produktion von Industrie, Bau und Energieversorgung im Juni um 7,8% im Vergleich zum Vormonat. Besonders stark stieg der Bereich Industrie mit 10,3%, bedingt durch die Wiederaufnahme der KFZ-Produktion. Die Talsohle scheint durchschritten, was allerdings noch fehlt ist ein ebenso deutlicher Anstieg der Auslandsnachfrage.

Großbritannien: Die britische Regierung verzichtet auf Verlängerungen der Brexit Verhandlungen, die bis Ende Juni noch möglich gewesen wären. Es wird immer wahrscheinlicher, dass es am 31. Dezember dieses Jahres zu einem „No-Deal-Brexit“ kommt. Das britische Pfund gerät heftig unter Druck.


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