Historische Überbewertung von Wachstumsaktien

Ein typisches Phänomen der Aktienmärkte ist der immer wiederkehrende zyklische Verlauf zwischen der Über- und Unterbewertung von Wachstums- und Value-Aktien an sich und im Verhältnis zueinander. Während sich Value-Aktien durch ihre günstige Bewertung auszeichnen und damit recht günstig zu haben sind, gesteht man Wachstumswerten eine im historischen Schnitt ca. 80%ige höhere Bewertung zu. Die Tatsache, dass Wachstumstitel ihre Gewinne deutlich schneller ausbauen können als typische Value-Titel und ein enormes Umsatzwachstum verzeichnen, führt zu einer gerechtfertigten höheren Bewertung dieser Aktien, als bei typischen Value-Titeln. Oft sind diese Titel in relativ neuen Segmenten zu finden.

Ein typisches Phänomen der Aktienmärkte ist der immer wiederkehrende zyklische Verlauf zwischen der Über- und Unterbewertung von Wachstums- und Value-Aktien an sich und im Verhältnis zueinander. Während sich Value-Aktien durch ihre günstige Bewertung auszeichnen und damit recht günstig zu haben sind, gesteht man Wachstumswerten eine im historischen Schnitt ca. 80%ige höhere Bewertung zu.  Die Tatsache, dass Wachstumstitel ihre Gewinne deutlich schneller ausbauen können als typische Value-Titel und ein enormes Umsatzwachstum verzeichnen, führt zu einer gerechtfertigten höheren Bewertung dieser Aktien, als bei typischen Value-Titeln. Oft sind diese Titel in relativ neuen Segmenten zu finden.

Quelle: www.starcapital.de, Norbert Keimling

 

Was das bedeuten kann sieht man bei einigen alten Wachstumswerten wie Amazon, Netflix oder Starbucks. Sie haben zwar seit dem Börsengang unglaubliche Wertzuwächse vorzuweisen doch zwischen 1999 und 2002 ging aber der Aktienkurs von Amazon um 90% zurück, der von Starbucks zwischen 2006 und 2009 um 80% und die Netflix-Aktie stürzte von 2003 bis 2005 sowie von 2011 bis 2013 jeweils um 75% ab. Auch Apple stürzte bereits drei Mal um mehr als 75% ab.

Dass sich nach einem Crash alle Aktien wieder erholen, ist leider auch nicht garantiert. Eine Studie von J.P. Morgan aus dem Jahr 2015 für die Wertentwicklung aller Einzelaktien im marktbreiten US-Index, Russell 3000, der ca. 98% des Marktes abdeckte, verdeutlicht dies. Für den Zeitraum 1980 bis 2014 zeigt sich nämlich, dass 40% der Aktien im Index, die in diesem Zeitraum um vorübergehend mehr als 70% fielen, sich nie wieder erholen konnten. Das Scheitern der Unternehmen und damit der Aktien war gerade bei Titeln in der Wachstumsbranchen, wie Technologie, Telekommunikation, Energie und Gesundheitswesen am größten. Insgesamt entwickelten sich zwei Drittel aller Titel schlechter als der Index. Letztendlich waren nur etwa 7% der Unternehmen im Index extreme Gewinner, die die Rendite des Index um mehr als 450% übertrafen. Und hier ist ein sehr guter Riecher oder eine gute Strategie gefordert um genau diese Titel im Vorfeld aus dem Markt herausfiltern zu können.

Für uns gibt es zwei Schlussfolgerungen:

  1. Gerade wenn die Überbewertung von Wachstumswerten im Vergleich zu Value-Werten sehr groß ist, sollte man Value-Titel berücksichtigen. In unserem neuen Fonds “Deutsche Aktien Systematik Invest“ setzen wir daher zu 50% auf reine Value-Perlen.
  2. Mit einer Momentum-Strategie setzt man automatisch auf die Werte, deren Aktienkurse am stärksten steigen. Dies können mal Wachstumswerte aber auch Value-Titel sein. Nicht umsonst bezeichnet man die Momentum-Strategie daher als Chamäleon-Strategie. Und so lange Wachstumswerte laufen ist man automatisch bei den interessantesten Titeln dabei - ohne derbe Abstürze zu riskieren. So machen wir dies auch im Rahmen deutscher Wachstumsunternehmen erfolgreich seit 2014.
GFA Vermögensverwaltung