Jahresendrally sehr wahrscheinlich

Geht man nach der reinen Statistik, so ist eine Jahresendrally dieses Jahr sehr wahrscheinlich. Das Family-Office HQ Trust hat aufgrund der Daten der vergangenen 150 Jahre analysiert, wie wahrscheinlich eine Jahresendrally im Dezember ist.

Grundsätzlich zählt ja der Dezember neben dem Januar, Juli und April zu den besten Börsenmonaten. Schnitten jedoch die Börsen von Januar bis November von 1872 bis 2019 sehr schlecht ab und verloren diese dann über diesen langen Zeitraum in den jeweiligen Jahren mehr als -15%, so war auch im Dezember mit einem negativen Ergebnis zu rechnen. Dass die Börsen in den ersten 11 Monaten um mehr als -15% verloren haben, kam allerdings nur in 12 Fällen seit 1872 vor. In den übrigen Jahren, in denen entweder der Verlust in den ersten 11 Monaten des Jahres kleiner als -15% war oder die Aktienmärkte positiv abgeschnitten haben, schnitten die Börsen im Schnitt aller Jahre mit einem positiven Ergebnis im Dezember ab.
Betrachtet man nur die US-Vorwahljahre seit 1960, wie dieses Jahr eines ist, so ist der Dezember hinter dem Januar und April der drittstärkste Monat. Er kommt auf ein durchschnittliches Ergebnis von 2,8% und damit auf ein genau doppelt so hohes Ergebnis wie alle Dezember seit 1960. Interessanterweise sattelt der Dezember sein Plus vor allem ab dem 20.12.2019 in einer Weihnachtsrallye drauf, während die erste Dezemberhälfte eher langweilig verläuft.
Ein so schlechter Dezember wie letztes Jahr mit -9% im Dow Jones gab es übrigens seit 1960 noch nie. Selbst im Crashjahr 2002 war das Minus im Dezember mit -6% kleiner als 2018.
Im Klartext: Es gibt Jahresendrallys bei Aktien nur in guten Börsenjahren. In schlechten setzt sich die miserable Performance im Mittel auch im Dezember fort. Der Präsidentschaftszyklus unterstützt die Aktienmärkte dieses Jahr zusätzlich. Rein statistisch ist daher in 2019 mit einem positiven Dezember und damit einer Jahresend-/Weihnachtsrally zu rechnen.

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