Korrektur wahrscheinlich

Die Sentiment-Zahlen von sentix zeigen an, dass eine Korrektur (kein Crash) der Aktienmärkte inzwischen überfällig ist. Sentix dazu wörtlich: „Am Aktienmarkt liegen zurzeit alle Bedingungen für eine Korrektur vor – mit Ausnahme von Euphorie“. Und diese fehlende Euphorie trotz neuer Höchstkurse an den amerikanischen Aktienmärkten ist es auch, die eher darauf hinweist, dass wir eine Korrektur an den Aktienmärkten, aber kein Ende der übergeordneten Aufwärtsbewegung vor uns haben sollten. Sehr ungewöhnlich ist die Tatsache, dass die Aktienmärkte in den USA bisher steigen, und parallel die Stimmung der Anleger trotzdem erodiert. Eine negative Divergenz also, die es so, in diesem Ausmaß, selten gibt.

Rein charttechnisch tut sich kurzfristig im DAX wohl nicht all zu viel. In den USA ist heute Feiertag (President Day) und die Börsen sind dort geschlossen. Und so bleibt der DAX sich selbst überlassen und dürfte zunächst im Bereich 11.750 bis 11.850 pendeln. Maximal könnte heute die Range zwischen 11.700 bis 11.900 ausgelotet werden. Im DAX wäre erst dann die Kuh nachhaltig vom Eis, wenn das diesjährige Jahreshoch bei 11.893 DAX-Punkten überwunden werden könnte. Erst dann wäre Luft bis zum Allzeithoch bei 12.400 DAX-Punkten. Würden allerdings die 11.700 Punkte unterschritten, besteht eine hohe Unterstützung bei 11.480 Zählern.

Für Bewegung an den deutschen Aktienmärkten könnte am Mittwoch die Veröffentlichung des ifo-Geschäftsklimaindex sorgen. Im Rahmen dieser Umfrage unter deutschen Führungskräften war der Index im Januar von 111,0 auf 109,8 gefallen. Die Führungskräfte der deutschen Wirtschaft hatten also die gesamte wirtschaftliche Situation im Januar schlechter eingeschätzt, als einen Monat davor. Mal schauen, wie es diesmal aussieht.

Saisonal betrachtet beginnt um den 21. Februar herum in den amerikanischen Aktienmärkten eine schwächere Phase. Da die letzte (Verfalls)woche positiv verlief, könnte es ab Morgen international an den Aktienmärkten zu Gewinnmitnahmen kommen.

Übergeordnet haben die bekanntesten Anlagestrategen weltweit sehr unterschiedliche Meinungen bezüglich des weiteren Verlaufs der Finanzmärkte in diesem Jahr. Yardini Research und Wells Capital Management z.B. gehen eindeutig von einer weiteren Rally aus. Der Boom-Bust-Indikator von Yardini Research zeigt einen robusten Aufwärtstrend an den US-Aktienmärkten an. Auch der globale Chefstratege der Deutschen Bank, Binky Chadha, geht von recht hohem weiterem Potential an den US-Aktienmärkten aus.

Fundamental betrachtet sieht die aktuelle Lage weiterhin recht konstruktiv aus. Und eigentlich müssten sogar die Aktien in Europa und speziell im DAX besser laufen als in den USA. Man bedenke nur, dass der Dow Jones seit inzwischen 22 Monaten besser läuft als der DAX! Doch trotz der recht guten Konjunktur in Deutschland, den steigenden Unternehmensgewinnen deutscher Firmen, der weiterhin expansiven EZB-Politik und der attraktiven Bewertung der deutschen Aktien verunsichert die politische Situation, die jetzt wieder aufkeimenden Sorgen um Griechenland, die anstehenden Wahlen in Frankreich und den Niederlanden sowie die Unberechenbarkeit Trumps.

Uns bleibt nichts anderes übrig, als uns weiter durch diese vor uns liegenden Ungewissheiten durchzukämpfen. Für Volatilität ist aber weiterhin gesorgt.

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