Korrekturen werden wahrscheinlicher

Auch wenn wir für das Gesamtjahr positiv gestimmt sind, deuten inzwischen viele Anzeichen für eine bevorstehende Korrektur hin – zumindest bis zurück auf das Niveau von Anfang Dezember. Die Stimmung der Anleger ist aktuell zu positiv, die Aktienmärkte sind überkauft, die zweite Hälfte des Januars neigt saisonal betrachtet meistens zu Korrekturen und viele große Indizes stehen charttechnisch vor größeren Widerständen.

Eine Korrektur wäre zudem gesund, damit der Aktienmarkt wieder Luft holen kann. Mit größeren Korrekturen rechnen wir aktuell allerdings (noch) nicht. Grund: Die Konjunkturindikatoren vollziehen seit einigen Wochen eine Bodenbildung, nachdem diese in 2018 bis Ende 2019 stark eingebrochen waren. Es scheint so, dass der bisherige konjunkturelle Tiefpunkt im vierten Quartal 2019 gelegen hat. Ifo-Geschäftsklimaindex, ZEW-Index und das Ökonomenbarometer von Euro am Sonntag steigen seit ca. 3 Monaten an. Einer der frühesten Konjunkturindikatoren und daher “First Mover“ genannt, ist der sentix-Konjunkturindikator. Dieser steigt nun ebenfalls im Januar den dritten Monat in Folge an – und dies für die Regionen weltweit. Positiv zu vermelden ist auch, dass nicht nur die Lagewerte der Konjunkturindikatoren steigen, sondern auch die Erwartungen für den zukünftigen Konjunkturverlauf. Für die Aktienmärkte ist dies grundsätzlich positiv zu werten, genauso wie die anhaltende Niedrigzinsphase. Dazu passt auch, dass die Zinsstrukturkurve ebenfalls langsam nach oben dreht. Der Abschwung scheint also gestoppt zu sein.
Dass die amerikanische Regierung alles tun wird, um dieses Jahr die Finanzmärkte am Laufen zu halten ist auch klar. Wahljahre waren schließlich bisher immer positive Aktienjahre. Und das Phase-1-Abkommen zwischen den USA und China helfen emotional. Es wurde praktisch eine Art Waffenstillstand geschlossen.

Langfristig ist weiterhin negativ zu bewerten, dass die Bewertung vor allem amerikanischer Aktien so hoch ist wie zuletzt im Jahr 2000. Auch die weltweite Verschuldungskrise ist nicht im Ansatz gelöst. Und keiner weiß, wie lange die Notenbanken in die Bresche springen können. Es macht also Sinn auch weiterhin abgesichert in Aktien zu investieren.

Was die Aktienmärkte anbetrifft, so haben vor allem deutsche Titel im Vergleich zu US-Titeln Nachholbedarf. Die Gewinne der DAX-Unternehmen nehmen zu und mit einem KGV von 14 ist die Bewertung nicht zu hoch.
Auslöser für eine wenn auch kleinere Korrektur könnte die anstehende Bilanzsaison sein. Doch auch hier scheint die Wintersaison gar nicht schlecht gelaufen zu sein. Lassen wir uns also überraschen.



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