Marktkommentar: Sommerloch

Saisonal betrachtet stehen uns mit dem August und September eigentlich die verlustträchtigsten Monate des Jahres ins Haus. Vorbote dieser Monate könnte die aktuelle Lustlosigkeit der Aktienmärkte sein, nicht mehr ansteigen zu wollen.

 Seit ca. drei Wochen bewegen sich die Aktienmärkte nämlich eher seitwärts. Von größeren Verlusten ist jedoch nicht auszugehen. Beim DAX zum Beispiel befinden sich die nächsten Unterstützungslinien bereits bei ca. 12.400 Punkten, spätestens bei ca. 12.000 DAX-Punkten befindet sich eine gute Auffangzone. Hält diese nicht, wären wir jedoch dann schnell wieder bei ca. 11.500 DAX-Punkten, die wir zuletzt Anfang Juni gesehen hatten.

Übergeordnet jedoch und damit auf Sicht der nächsten Monate, bleiben die Geldschleusen der Notenbanken geöffnet. Dieses Geld sucht weiterhin Anlagemöglichkeiten und wird wohl die Vermögenspreisblasen auf den Aktien- und Immobilienmärkten vorerst weiter aufpumpen. Flankiert wird das Ganze durch überaus großzügige Maßnahmen der Staaten weltweit – ungeachtet einer dramatisch weiterwachsenden Staatsverschuldung. Wie manipuliert die Märkte sind sieht man schon daran, dass Italien mit seiner desolaten Wirtschaft für seine Anleihen nur 1,2% Zins verlangen muss. Unter risikoadäquater Verzinsung versteht man etwas anderes. Finanziert werden die Staatsschulden wiederum durch die kreativen Notenbanken. 2021 wird so das Budgetdefizit der USA fast 3 Bio. USD betragen und damit 62% des Gesamthaushalts. Zukünftige jetzt schon bekannte Verpflichtungen sind noch gar nicht mit eingerechnet. Laut dem Wirtschaftsfachmann, Bundestagsabgeordneten (MdB) und Vorsitzenden des Haushaltsausschusses, Peter Böhringer, wird diese Geld- und Fiskalpolitik eines schönen Tages zum Kollaps aller Währungen sowie der Marktwirtschaft führen.

Doch so weit ist es noch nicht. Noch überstrahlen die Maßnahmen der Notenbanken alle zukünftigen Risiken und blenden diese aus. Vor dem Endspiel ist eher noch mit einem Crack-up-Boom zu rechnen, wie wir schon öfters an dieser Stelle ausgeführt haben. Realwirtschaft und Aktien- sowie Immobilienpreise werden sich wohl weiter auseinanderentwickeln, solange man an die Macht der Notenbanken glaubt. Leider wird sich damit aber auch weltweit die Schere zwischen Arm und Reich weiter öffnen. Und dies birgt für die nächsten Jahre erheblichen Sprengstoff und Gefahren für das Erstarken linker und rechter Flügel in der Politik und Gesellschaft.

Besonders profitieren aktuell die sogenannten Wachstumstitel des Technologiebereichs und hier vor allem die großen Marktführer/FANGMAN-Aktien (Facebook, Apple, Netflix, Google (heute Alphabet), Microsoft, Amazon und Nvidia). Subtanzwerte (Valuetitel) haben bisher das Nachsehen. Kein Wunder also, dass die Kurs-Gewinn-Verhältnisse der weltweiten Value-Titel, gemessen am MSCI World Value Index, bei ca. 16 liegen, die des MSCI World Growth Index bei stolzen 35,3. Value-Titel werden also nur noch mit dem 16-fachen des durchschnittlichen Jahresgewinns gehandelt und sind damit nur halb so teuer, wie Growth-Titel. Auch hier wird das Pendel wieder in die andere Richtung ausschlagen, wann weiß jedoch Niemand. Und irrationale Bewertungen können sich an den Börsen sehr lange halten.

 

 

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