Phänomene des Marktes: Wichtige Indikatoren verkünden nahendes Tief an den Aktienmärkten – zumindest vorläufig!

Ein wichtiger Indikator, um ein nahendes Tief in den Aktienmärkten vorab ausloten zu können, ist der sogenannte McClellan-Oszillator. Rein mathematisch ist er eine Art RSI (Relative-Stärke-Index) auf die Marktbreite. Ist dieser Oszillator stark negativ, so weist er damit auf einen stark überverkauften Aktienmarkt hin – im Falle des NYSE-McClellan-Oszillators auf einen stark überverkauften US-amerikanischen Aktienmarkt.

Ein wichtiger Indikator, um ein nahendes Tief in den Aktienmärkten vorab ausloten zu können, ist der sogenannte McClellan-Oszillator. Rein mathematisch ist er eine Art RSI (Relative-Stärke-Index) auf die Marktbreite. Ist dieser Oszillator stark negativ, so weist er damit auf einen stark überverkauften Aktienmarkt hin – im Falle des NYSE-McClellan-Oszillators auf einen stark überverkauften US-amerikanischen Aktienmarkt.
Unser geschätzte Kollege Robert Rethfeld vom Wellenreiter (www.wellenreiter-invest.de) hat sich deshalb einmal die Mühe gemacht, diesen Indikator in Rahmen seiner täglichen Frühausgabe einem Test zu unterziehen. Er will so feststellen, ob auch in der aktuellen Situation ein zumindest vorläufiges Tief des Coronacrashs an den Aktienmärkten erreicht sein könnte. Dabei stellte er fest, dass Werte von unter -125 in der Vergangenheit sehr selten aufgetreten sind.
Am 19.10.1987 zum Beispiel – einem Montag – wurde der Wert von -125 unterschritten. Dieses Tief wurde, wie Rethfeld feststellte, eine Woche später und nochmals sechs Wochen später getestet, bevor der Spuk an den Aktienmärkten vorüber war.
Auch am Donnerstag, den 09.10.2008, wurde der Wert von -125 unterboten. Zwar ergab der Freitag ein noch etwas tieferes Tief, doch am folgenden Montag stiegen die Aktienmärkte wieder stark an. Sechs Wochen später wurde das Tief allerdings erneut getestet, bevor es nachhaltig nach oben ging.
Am 20.05.2010 wurde der Wert von -125 sogar nahe am absoluten Tief unterschritten. Nach sechs Wochen zäher Bodenbildung stiegen die Aktienmärkte dann wieder nachhaltig an.
Auch der 08.08.2011 führte bei einer ähnlichen Indikatorkonstellation zum Tief des Augustcrashs – auch wenn dieses Tief rund zwei Monate später kurz unterboten wurde.
Aktuell nun wurde die -125 bereits am 27. und 28. Februar unterschritten. Es folgten aber weitere derbe Verluste, in deren Folge der McClellan-Oszillator am 09. und 12. März die Marke von -125 erneut unterschritt. Wir erinnern uns: Der DAX hatte am 28.02. noch einen Stand von rund 12.000 Punkten! Gleich beim Unterschreiten der -125er-Marke wieder in den Aktienmarkt einzusteigen, wäre also keine gute Idee gewesen. Vielmehr sollte man nach dem erstmaligen Unterschreiten des Negativwertes die Bodenbildungsphase abwarten. Auf der Zeitschiene dürften sich die Aktienmärkte einem zumindest vorläufigen Tief schon im April annähern.
Doch auch ein anderer Vergleich scheint Robert Rethfeld wichtig: Die erste Panikattacke an den Aktienmärkten, in der wir jetzt stecken, markiert meist nicht bereits das Ende der gesamten Verlustphase. Seit 1835 erfolgte zwar nach dem ersten Einbruch immer eine Erholung. Doch dieser Erholung, die durchaus einige Monate anhalten kann, folgte fast immer ein weiterer Einbruch der Aktienmärkte.

In den Jahren 1873, 1917, 1919, 1929 bis 1931, 1946, 1974, 2000 bis 2003 und 2007 bis 2008 war der Gesamtverlust der Aktienmärkte dadurch am Ende fast doppelt so hoch wie in der von Panik geprägten Anfangsphase des Crashs. Nur 1987 wurden die Verluste nach dem Flash-Crash nicht mehr weiter ausgedehnt.


Und so lautet die logische Frage: Entwickeln sich die Aktienmärkte jetzt eher nach dem Vorbild von 1987 oder müssen wir mit einem ausgedehnteren Crash wie z. B. 1929 rechnen?

 
In einigen Monaten wissen wir mehr. Bis dahin werden wir uns mit unseren Modellen und Absicherungsstrategien einfach weiter vortasten und diese Strategien miteinander kombinieren, um auf alle Eventualitäten gut vorbereitet zu sein.

Quelle: wellenreiter-invest

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