Rücksetzer im Mai wahrscheinlich

Weiterhin nehmen die Korrekturrisiken an den Aktienmärkten zu, auch wenn die Aufwärtstrends und das konjunkturelle Umfeld speziell für Deutschland in Takt sind. Selbst ein Abtauchen des DAX auf ca. 10.250 DAX-Punkten würde den langfristigen Aufwärtstrend seit 2011 nicht beschädigen.

Konjunkturell sieht es für Deutschland, aber auch für China und Japan sehr gut aus. So stand das vor ca. zwei Wochen von „Euro am Sonntag“ veröffentlichte Ökonomen-Barometer auf einem Sechsjahreshoch und auch der Konjunkturfrühindikator, der ifo-Index, kletterte letzte Woche um 0,5 auf 112,9 Punkte und damit auf den höchsten Wert seit 2011. Auch in China liegt das nominelle Wirtschaftswachstum 11,8% über dem Vorjahr, die Industrieproduktion sogar um 15,2%.

Mittel- bis langfristig sind wir für die Aktienmärkte durchaus positiv gestimmt. Doch zunächst steht uns der Mai bevor. Und dieser Monat ist für seine Volatilität bekannt. Neben dem Juni, August und September endet der Dow Jones im Mai nämlich normalerweise im Minus. Allerdings wird diese Erkenntnisse durch andere Zyklen, wie den Wahl- bzw. Präsidentschaftszyklus, überlagert. So ist der Mai i.d.R. speziell in US-Nachwahljahren, wie 2017, wiederum ein recht positiver Monat mit dem durchschnittlich dritthöchsten Monatsergebnis seit 1960. Seit 1982 endete der Mai in Nachwahljahren bezogen auf den Dow Jones sogar stets positiv. Auch grundsätzlich betrachtet ist das aktuelle Nachwahljahr das beste Aktienjahr im vierjährigen Präsidentschaftszyklus. Selbst der an sich durchwachsene Zeitraum Mai bis Oktober endete bisher in einem Nachwahljahr bezogen auf den S&P 500 – Index mit durchschnittlich +4% Gewinn.

Kurzfristig sind die Aktienmärkte allerdings überkauft. Und auch der breite Aktienmarkt, wie der Russell 2000, schafft es weiterhin nicht, seine charttechnischen Widerstände zu durchbrechen. Auch die eher beachteten Aktienindizes, wie der S&P 500 – Index, konsolidieren seitwärts unterhalb ihrer Februar-Hochs. Gemäß der sogenannten Dow-Theorie sollte auch der Transport-Index des Dow Jones dem Industrie-Index positiv vorauslaufen. Seit Februar tut sich der Transportindex jedoch schwer.
 
Auch verhaltenspsychologisch betrachtet herrscht zwar keine für die Aktienmärkte gefährliche Euphorie, nach den Befragungen von sentix baut sich aber der sogenannte strategische Bias, also die Grundüberzeugung der Anleger für den weiteren Verlauf der Aktienmärkte wieder ab. Und dieser Bias ist kein Kontraindikator. Durchaus möglich also, dass es an den Aktienmärkten mittelfristig und damit auf Sicht der nächsten Monate wieder ungemütlich werden könnte. 

Was die Überbewertung der Aktienmärkte anbetrifft, so kann die Bewertung der Aktienmärkte natürlich auch vor dem Hintergrund der niedrigen Zinsen betrachtet werden. Und in Relation zu diesen ultraniedrigen Zinssätzen sind zwar die Rentenmärkte stark überbewertet, nicht jedoch die Aktienmärkte.
Übergeordnet bleiben wir also weiterhin positiv gestimmt für die Aktienmärkte.

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