Schwächerer Februar wahrscheinlich

Der Monat Februar ist ein Monat, der zu Kapriolen neigt. Rein statistisch betrachtet neigen vor allem die Monate Februar/März in 7er-Jahren und in US-Nachwahljahren zu Korrekturen. Dass 7er-Jahre zu größeren Ausschlägen an den Finanzmärkten führen, war schon 1997 und 2007 so. Meist jedoch sind diese Korrekturen dann ideale Einstiegszeitpunkte – zumindest bis in den Herbst hinein.

Statistisch betrachtet sorgt der Verlauf der Aktienmärkte im letzten Monat für Optimismus. Schlossen nämlich seit 1928 die erste Januarwoche und der gesamte Januar positiv ab, so ergab sich in 89% aller Fälle ein positives Gesamtjahr. 
 
Was den DAX anbetrifft, so hat sich der euphorische Ausbruch über die Seitwärtsphase bzw. das Aufwärts-Gap vom 25. Januar aufgrund der Unsicherheit rund um einen potentiellen von Trump ausgelösten Handels-/ und Währungskrieg schon wieder geschlossen. Der Ausflug über die 10.800 DAX-Punkte war also bisher zumindest ein Fehlsignal bzw. eine typische Bullenfalle. Kurzfristig ergibt sich nun eine Unterstützungslinie bei ca. 11.400 DAX-Punkten. Hält diese nicht, könnten sehr schnell die 10.900 DAX-Punkte angesteuert werden. Eine Unterstützungsmarke, die auch aufgrund der aktuellen Überkauftheit der Aktienmärkte jederzeit bis Ende Februar angesteuert werden könnte. Dann aber könnte sich ein interessantes Einstiegsniveau ergeben, erst Recht, wenn sich die Nebelschwaden rund um Trump lichten.

Auch die aktuelle psychologische/ sentimenttechnische Situation der Aktienmärkte spricht nach Auswertung des Sentimentexperten, sentix, für eine vorübergehende Korrektur der Aktienmärkte weltweit. Der sogenannte strategische Bias, also die Erwartung der Marktteilnehmer für den Verlauf der Aktienmärkte innerhalb der nächsten ca. 6 Monate, hat sich nämlich jetzt für die amerikanischen, japanischen und europäischen Aktienmärkte eingetrübt. Im Gegenzug, wen wundert es, rückt wieder das Gold in Zeiten erhöhter Unsicherheiten in den Blickpunkt. Da wir aber übergeordnet dennoch keine Euphorie ausmachen können, rechnen wir im Februar nur mit Rücksetzern und nicht mit dem Beginn größerer Verwerfungen an den Aktienmärkten.
 
Auch die Erwartungen für den zukünftigen Konjunkturverlauf haben sich laut sentix weltweit eingetrübt, vor allem in den USA. Die aktuelle Lage hingegen wird sehr positiv beurteilt. Schließlich zeichnet sich in den USA die beste Ergebnissaison seit 2014 ab. 67% aller bislang veröffentlichten Q4-Berichte konnten ihre Erwartungen übertreffen – auch wenn man an dieser Stelle anmerken muss, dass die Erwartungen im Vorfeld bereits sehr niedrig angesetzt waren. 

Bezüglich der jetzt eingebrochenen Erwartungswerte (s.o.) könnte jedoch Trump das Ruder jederzeit wieder herumreißen. Konkretere Informationen bezüglich der geplanten Steuersenkungen würden hierzu ausreichen.
Was die Inflationsgefahren anbetrifft, so werden diese aktuell überzeichnet. Und ohne die Gefahren zu stark steigender Inflationsraten kann die Notenbankpolitik weltweit weiterhin expansiv bleiben. Dies wäre dann wiederum eine positive Nachricht für die Aktienmärkte weltweit.

Aufhorchen lässt auch die Tatsache, dass das eigentlich sehr seriöse und geachtete Anlegermagazin Barron´s aus verschiedensten durchaus nachvollziehbaren Gründen bis 2025 mit einem Dow Jones von 30.000 Punkten rechnet. Wir werden sehen…

Blog Vermögensverwaltung