Tech-Werte beeindrucken

Betrachtet man sich die Aktienmärkte weltweit, so stechen aktuell die an der Börse Nasdaq gelisteten Technologieaktien besonders hervor. Mit der beeindruckenden Wertentwicklung und Stärke dieser Titel können die anderen Aktienmärkte weltweit bisher nicht mithalten – höchstens noch spezielle Technologieaktien, wie sie auch bei uns im TecDAX Index notiert sind. Immerhin hat der Nasdaq-Index, Nasdaq 100, am Freitag mit einer zunächst bullish zu wertenden bemerkenswerten Ausbruchskerze ein neues Allzeithoch markiert und seine runde Marke von 7.000 Punkten glatt überrannt. Rein charttechnisch kann man sogar von einem positiven Tasse/ Henkel-Ausbruch sprechen. Auch der Nasdaq Composite – Index sieht charttechnisch ähnlich positiv aus.

Andere Aktienmärkte präsentieren sich da schon wesentlich schwächer – selbst in den USA. Auch der Dow Jones Index z.B. bräuchte immerhin noch ca. 5%, bis er sein Allzeithoch wieder erreicht hätte. Wenigstens konnte aber auch unser DAX in der letzten Woche auf ein relativ bullishes Szenario wechseln, nachdem er kurzzeitig unter die 12.000 Punktemarke abgetaucht war. Dieses Niveau sollte aber nun auch möglichst nicht mehr unterschritten werden. Für die nächsten Tage ist jetzt am wahrscheinlichsten davon auszugehen, dass sich der DAX zwischen 12.280 und ca. 12.555 Punkte aufhalten wird. Die Range zwischen 12.500 oder gar 12.600 Punkte ist nämlich ein beträchtlicher Widerstand, der erst einmal überwunden werden muss. Und zusätzlich belastet natürlich auch die Tatsache, dass der DAX bereits unter seine 200-Tagelinie, die aktuell bei ca. 12.720 Punkte notiert, durchgebrochen ist.

Was den Nasdaq 100 anbetrifft, so ist positiv zu vermerken, dass er für seine Vorreiterrolle bekannt ist. Oft ziehen andere Aktienmärkte nach, wenn die Nasdaq, als Sinnbild für die Risikobereitschaft der Anleger, solch eine Stärke wie aktuell zeigt. Und genau das gilt es jetzt zu beobachten, nämlich, ob nun auch die anderen Aktienmärkte der Nasdaq folgen werden.

Über allem schwebt natürlich der von Trump ins Rollen gebrachte potentielle Handelskrieg. Gut möglich allerdings, dass Trump nur hoch pokert und die Regierungen der Länder weltweit zunächst nur weichkochen will. Um sich die negativen Auswirkungen der letzten Anhebung von Zöllen auf Stahlimporte ansehen zu können, muss man gar nicht soweit zurückgehen. Zuletzt erhob nämlich George W. Bush 2002 einen Zoll von bis zu 30% auf Stahlimporte. Die Folge waren damals 200.000 verlorene Jobs in den USA – mehr als die Stahlindustrie beschäftigt hatte. Die stahlverbrauchende US-Industrie war in der Folge nicht mehr in dem Maße wettbewerbsfähig wie vorher. Zusätzlich antworteten auch damals ausländische Regierungen mit Import-Gegenmaßnahmen, z.B. auf Harley Davidson, Orangensaft etc.. Und Länder wie Brasilien, China und Korea drohten auch damals mit Zöllen auf US-Autos, Flugzeuge und Elektronik im Wert von rund 200 Mrd. $. Dadurch wären damals sogar 2,5 Mio. US-Jobs in Gefahr gewesen.  

Auch hier muss man erst einmal abwarten, wie es im drohenden Handelskrieg weitergeht.

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