Technische Korrektur wäre jetzt gesund

Die fulminante Aufwärtsbewegung der Aktienmärkte vor allem auch in den ersten Tagen des neuen Jahres waren im Zusammenhang mit der bereits guten Wertentwicklung in 2017 (zumindest in der jeweiligen Lokalwährung betrachtet) eine Übertreibung. Vor allem die amerikanischen Aktienmärkte sind jetzt stark überkauft, während der DAX ja schon seit Monaten erfolglos versucht, sein Hoch von Ende Oktober 2017 zu überwinden. Diese Übertreibung vor allem in den US-Aktienmärkten könnte nun kurzfristig abgebaut werden und zu moderat niedrigeren Kursen führen. Erste Anzeichen für ein Durchatmen des Marktes ist die abnehmende Marktbreite bzw. Aufwärtsvolumen; d.h., obwohl die Standardindizes steigen, steigt aktuell nur ca. 40% des Gesamtvolumens der amerikanischen Aktien. Die Nebenwerte zeigen in den USA schon eine gewisse Schwäche an.

Auch der DAX hat wohl vorübergehend sein Aufwärtspotential ausgeschöpft. Eine Korrektur bis an die 13.140 oder gar 13.000 Punktemarke ist auch hier sehr wahrscheinlich. Doch vergessen wir nicht; selbst eine Korrektur bis 12.650 DAX-Punkte wäre kein Beinbruch. Dort verläuft nämlich die oft als Unterstützung dienende und weiterhin aufwärtsgerichtete 200-Tagelinie.

Übergeordnet betrachtet dürften aber nach einer vorübergehenden Beruhigung der Aktienmärkte diese nochmals Kraft tanken und einen Ausbruchsversuch starten – wahrscheinlich noch innerhalb der nächsten Wochen.

Auch die weltweit soliden Wirtschaftsdaten dürften die Aktienmärkte weiterhin unterstützen. Vor allem der von Aktienmarktstrategen beachtetet US-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe, der ISM-Index für September legte für den Monat Dezember wieder von 58,2 auf 59,7 Punkte zu. Crashs ereigneten sich bisher nur dann, wenn die Schrumpfungszone von unter 50 Punkten erreicht wurde. Bei über 50 Punkten waren die Korrekturen an den Aktienmärkten bisher kleiner und rein technisch bedingt. Werte über 50 zeigen nämlich weiterhin ein Wachstum der Wirtschaft an.
Ähnlich positiv Signale sendet weiterhin unser ifo-Geschäftsklimaindex aus.  Bezüglich dieses Konjunkturindex müsste man erst dann Sorgenfalten auf die Stirn bekommen, wenn der Erwartungswert ca. dreimal in Folge abtaucht. Und auch der sentix-Konjunkturindikator zeigt bei den Erwartungswerten noch keinerlei Ermüdungserscheinungen – auch wenn er - laut sentix – inzwischen ziemlich heiß gelaufen ist.

Was die Chancen für die Aktienmärkte in 2018 anbetrifft, so ist langfristig die fundamentale Bewertung der Indizes bzw. Aktien wichtig. Und hier sind die US-Indizes deutlich teurer und damit höher bewertet als die Märkte bei uns in Europa oder in den Schwellenländern. So liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis im amerikanischen Aktienindex, S&P 500, bei aktuell ca. 20, im europäischen Index, Euro Stoxx 50, jedoch nur bei ca. 15 und im DAX bei ca. 14.

Vergessen wir zudem nicht, dass die Zentralbanken weltweit die Zinsen wohl nicht in dem Ausmaß anheben werden, dass es der Konjunktur oder den Finanzmärkten weh tun würde. Hohe Zinsen würde nämlich alle Staatshaushalte weltweit in den Ruin treiben.   Anlagen in Zinspapieren bleiben damit bis auf weiteres gegenüber Aktien unattraktiv.

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