Trendfolge langfristig am erfolgreichsten

Die Ökonomen Guido Baltussen, Laurens Swinkels und Pim van Vliet haben eine Langfristuntersuchung zu Renditen von verschiedenen Anlagestrategien durchgeführt. Für die Aktienmärkte in GB und den USA lagen ihnen Daten seit 1799 bzw. 1800 vor, für Frankreich immerhin seit 1856 und für Deutschland seit 1870. Dabei untersuchten die drei Ökonomen diejenigen Strategien, für welche die stärksten Anzeichen dauerhafter Überrendite vorliegen.

Das Ergebnis: Die erfolgreichste Strategie ist die Trendfolge!

Die Lehre für Privatanleger
Investoren könnten diese wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Anlass nehmen, um grundsätzlich über ihr Portfolio nachzudenken, denn es wird sich lohnen, einen Teil des Portfolios für Strategien zu reservieren, welche nicht einen Index abbilden, sondern ihn schlagen sollen. Jedoch gibt es Zeiten, da funktioniert selbst die beste Strategie nicht. Und da ist auch gut so.
Denn wäre eine Strategie immer und in jeder Marktsituation überlegen, so würden sie alle Investoren nutzen. Mit den Überrenditen wäre es dann vorbei.

Ein gutes und aktuelles Beispiel ist hier der Momentum-Crash in der zweiten Septemberwoche
Wie eingangs erwähnt gehören Trendfolge-Strategien (Momentum) zu den rentabelsten Anlagestrategien. Teil des Systems sind jedoch auch sogenannte Momentum-Crashs, die die Gewinnserie immer wieder unterbrechen. Mittel- bis langfristig kein Problem, doch kurzfristig führen diese Crashs immer wieder dazu, dass sich weniger informierte Anleger von Momentum-Strategien abwenden. Solch ein kurzer heftiger Momentum-Crash ereignete sich nun am 9. und 10. September.  Es war weltweit wieder der größte 1- bzw. 2-Tages-Momentum-Crash seit 2009. Aktien mit der in diesem Jahr bisher besten Wertentwicklung verloren bis zu 10% (z.B. Varta) und Aktien mit dem im bisherigen Verlauf schlechtesten Jahresverlauf gewannen entsprechend hinzu. Der Crash fand relativ unbemerkt unter der Oberfläche statt, denn der breite Aktienmarkt zeigte sich stabil. Ganz im Gegenteil konnten einzelne Indizes, wie der DAX, sogar hinzugewinnen. Nach Untersuchungen von Morgan Stanley ereigneten sich in den letzten 20 Jahren solch ausgeprägte Momentum-Crash ca. zehn Mal, seit 2011 vier Mal; nämlich Mitte 2012, Ende 2015, Anfang 2016 und eben am 09./10. September 2019.
Was ist der Grund?
Aufgrund der Tatsache, dass die größten Verkäufe unter hohen Umsätzen stattfanden, kann man davon ausgehen, dass Großinvestoren Kasse machen.
Wie sollte man sich jetzt verhalten?
Eine mittel- bis langfristige Mehrrendite aufgrund von Trendfolge-Strategien gibt es nicht umsonst. Trendfolge-Strategien gehören zwar zu den rentabelsten Strategien, jedoch gibt es auch hier immer wieder Phasen, in denen man gute Nerven braucht. Wichtig ist es jedoch, an der Trendfolge-Strategie festzuhalten und diese in diesen Phasen nicht über Bord zu werfen. Schließlich beschert einem diese Strategie sehr gute Renditen.

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