Unsicherheiten vergrößern sich

Seit Anfang März konsolidieren die Aktienmärkte seitwärts bzw. leicht abwärts. Ängste vor dem bald beginnenden Monat “Mai“ (Stichwort: sell in may and go away) und dem noch ungewissen Ausgang der Wahlen in Frankreich am 23. April hinterlassen ihre Spuren. Auch die geopolitische Situation (Abbau der Demokratie in der Türkei, Streit mit Nordkorea, Angriff auf Syrien) stabilisiert nicht gerade die Gesamtsituation auf den Märkten. Und übergeordnet steht weiterhin fest, dass die US-Aktien und damit die Aktien der weltweiten Leitbörsen überbewertet sind. Auch die Erwartungen an das Konjunkturpaket Trumps dürften im Vorfeld zu hoch geschraubt worden sein. Übergeordnet müssen wir also mit weiterhin hohen Kursschwankungen rechnen.

Kurzfristig betrachtet steht nun die US-Berichtssaison für das erste Quartal im Fokus der Anleger. Gegenüber dem Vorjahresquartal wird mit einem durchschnittlichen Gewinnwachstum von bis zu 10% gerechnet. Da die Erwartungen im Vorfeld recht hoch sind, besteht nun aber Enttäuschungspotential. Zudem besteht die Gefahr, dass sich die Zukunftsaussichten für die weitere Entwicklung der Konjunktur eher eintrüben könnten. Und die Finanzmärkte preisen die Zukunft ein und nicht die bereits bekannte aktuelle Situation. In diesem Zusammenhang ist auch bemerkenswert, dass sich das mittelfristige Grundvertrauen in die Aktienmärkte zumindest an einer Bodenbildung versucht, jedoch bisher nicht überzeugen kann. Dies hat der Sentiment-Anbieter sentix bei seiner letzten Befragung festgestellt.
Das birgt weiteres Korrekturpotential.
Die große Frage ist das potentielle Ausmaß einer wahrscheinlich vor uns liegenden Schwäche auf den weltweiten Aktienmärkten. Es spricht nämlich einiges dafür, dass wir vorläufig nicht mit einem Crash rechnen müssen, wohl aber mit einem Test der Januar- bzw. Februar-Niveaus – je nach betrachtetem Aktienmarkt. Bei solch einer Korrektur wäre dann genug heiße Luft aus den dann nicht mehr überkauften Aktienmärkten entwichen. Beim amerikanischen S&P 500 – Index wären dies Kurse um die 2.240 Punkte herum, die wir nochmals sehen könnten. Der mittelfristige Aufwärtstrend wäre dann immer noch in Takt und könnte als gute Unterstützung für wieder steigende Kurse dienen. Gefährlich wird die Situation erst dann, wenn das ehemalige Hoch von ca. 2.130 Punkten nach unten hin durchbrochen werden würde. Dann würde auch der langfristige Aufwärtstrend gebrochen sein. Doch mit solch einem Szenario müssen wir uns aktuell nicht beschäftigen. Die kurzfristige Aufwärtstrendlinie, die bei aktuell etwa 2.342 Punkten verläuft, dürfte jedoch in den nächsten Wochen gebrochen werden.

Wir werden uns mit unseren Modellen jedenfalls weiter nach vorne tasten und nicht voreilig diskretionäre Schlüsse ziehen oder gar emotional reagieren. Mittel- bis langfristig würde sich dies rächen. Bleiben Sie also diszipliniert – auch wenn dies manchmal schwer fällt.

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