Volatilität macht Anleger nervös


 
Betrachtet man sich die weltweite makroökonomische Situation, so kann man weiterhin von einem sehr geringen Rezessionsrisiko ausgehen. Mit einem BIP-Wachstum von 2,7% im letzten Quartal befindet sich auch Europa auf einem soliden Wachstumspfad und in den USA läuft die Binnenkonjunktur auf Hochtouren. Das zeigt auch die am 1. März veröffentlichte Zahl zum Einkaufsmanagerindex in den USA, die im Februar auf 60,8 Punkte gestiegen ist. Zudem besteht vor allem in Europa aktuell kaum ein Risiko für steigende (Leit)zinsen und auch die Zinsstrukturkurven zeigen keine Rezessionsgefahren auf. Vor allem die Haushaltsdefizite in Griechenland, Spanien und Portugal vertragen noch keine Erhöhung der Leitzinsen und aufgrund der noch nicht anziehenden Inflation im Euroland besteht hierzu auch keine Notwendigkeit.

Rein statistisch betrachtet tendieren Aktienmärkte erst nach der Überschreitung eines bestimmten Zinsniveaus zu langfristigen Korrekturen - und dann auch meist zeitversetzt. Der Auslöser für den herben Rückschlag seit Anfang Januar war also rein markt- und sentimenttechnisch bedingt und so wollen wir uns die übergeordnete charttechnische Situation anschauen:

Rein charttechnisch könnte sich das Anfang Februar erreichte Tief des Leitindex, S&P 500, bei ca. 2.600 Indexpunkten als solide Unterstützung herausbilden. Im positiven Falle würden sogar die 2.660 Punkte halten können, im negativen Falle würde sich bei einem nochmaligen Anlaufen der 2.600 Punkte ein Doppelboden im S&P 500-Index herausbilden können. Vergessen wir aber nicht, dass die Monate März und April eigentlich gute Aktienmonate sind. Zudem befinden sich die US-Märkte weiterhin in einem seit Februar bestehenden intakten mittelfristigen Aufwärtstrend, solange die 23.600 Indexpunkte im Dow Jones nicht unterschritten werden.
 
Was den DAX anbetrifft, so stehen jetzt der vom Tief des Februars 2016 ausgehende mittelfristige Aufwärtstrend und die aus dem Tief des Sommers 2017 ausgehende Unterstützung bei ca. 11.900 DAX-Punkten auf dem Prüfstand. Richtige Entspannung kann aber erst aufkommen, wenn 12.400 DAX-Punkte wieder überwunden werden können.

Wirft man noch einen Blick nach Japan, so setzt der Nikkei-Index aktuell ebenfalls auf einer wichtigen Unterstützung bei ca. 21.000 Punkten auf. Auch hier wäre jetzt die Ausbildung eines Doppeltiefs möglich, denn das aktuelle Niveau wurde schon mal Anfang Februar erreicht.

Weitere negative Einflussfaktoren auf die Finanzmärkte sind politisch bedingt und nicht auszuschließen. Sie können in einem unsicheren Marktumfeld immer wieder als Katalysatoren fungieren, wie aktuell der Rückzug des US-Wirtschaftsberaters. Damit müssen wir aber nun mal leben. Wir werden jedoch ungeachtet solcher Störfeuer die aktuelle Lage weiterhin nüchtern betrachten und entsprechend reagieren.

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