Volatilität wird anhalten

Aktuell befindet sich die Masse der internationalen Länder-Aktienindizes in 2018 auf Euro-Basis im Minus. Dies gilt vor allem für die bekannteren und größeren Börsenplätze in den USA, Europa oder auch Japan. Vor allem Deutschland hat es mit rund -6% bisher etwas stärker getroffen.

Lediglich der Aktienindex Italiens liegt mit ca. +3% unter den bekannteren Aktienmärkten komfortabel im Plus.

Belastend wirken aktuell der Protektionismus Amerikas, anziehende Inflation und Zinsängste. Vor allem die Angst vor der heutigen Verkündigung von Strafzöllen gegenüber China durch Donald Trump und die Erwartungen einer chinesischen Reaktion hinterlassen ihre Spuren. Nicht umsonst ist aufgrund dieser Gemengelage heute Morgen der Erwartungswert des ifo-Geschäftsklimaindex bereits den vierten Monat in Folge zurückgegangen und auch der Unterindikator für die Beurteilung der aktuellen Lage korrigiert jetzt zum zweiten Mal in Folge. Der ifo-Chef wörtlich dazu: „Der drohende Protektionismus drückt auf die Stimmung“. Auch der ZEW-Index vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung ist aus besagten Gründen diese Woche von 17,8 auf 13,0 Punkte deutlich eingebrochen.

Was die Geldmarktpolitik in den USA anbetrifft, so hat die Fed gestern auf ihrer Ratssitzung ihre geldpolitische Ausrichtung weiter gestrafft und den Leitzins um 25 BP angehoben. Laut Fed-Präsident, Jerome Powell, müsse man mit noch zwei weiteren Zinsschritten in 2018 rechnen. Die US-Renditen gingen gestern aber trotzdem zurück, da die Marktteilnehmer eher mit drei bis vier Zinsschritte in 2018 gerechnet hatten. Was die Eurozone anbetrifft, so sind steigende Zinsen für längere Zeit wohl nicht möglich. Selbst im Hinblick auf die nächsten Jahre bleiben diese wahrscheinlich unter 3 bis 4% gefangen. Zumindest aber sollten vor allem die Realzinsen (Zinsen minus Inflationsrate) möglichst niedrig oder sogar negativ bleiben. Zu groß sind die Schuldenberge der südlichen Euro-Staaten, so dass bei stärker anziehenden Zinsen die Stabilität der Eurozone in Frage gestellt wäre. Vorsorglich macht die EZB aktuell auch auf die recht geringen Inflationsraten aufmerksam, um den Handlungsdruck von sich zu nehmen. Die Inflationsrate liegt mit 1,1% für den Monat Februar noch weit von der EZB-Zielmarke von 2% entfernt. Lediglich die Option, ihre in Deutschland umstrittenen Anleihenkäufe ausweiten zu können, wurde in der letzten Verlautbarung der EZB gestrichen.

Rein charttechnisch bewegt sich der DAX seit Anfang Februar hin und her, ohne eine übergeordnete endgültige Richtung einzuschlagen. Geht der DAX auf 12.180 Punkte zurück, wiederholen sich die Käufe, um 12.450 DAX-Punkte herum wird wieder verkauft. Entwarnung kann man erst dann geben, wenn die 200 Tageslinie nachhaltig überwunden werden kann. Und diese liegt aktuell bei ca. 12.700 Punkten.

 

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