Wirecard?

Mit der 200 – Tagelinie-Strategie wäre das nicht passiert!

Der deftige Kursrutsch der Wirecard-Aktie in den vergangenen Wochen war beispiellos und in der fast 32-jährigen DAX-Geschichte so noch nie dagewesen. Moment mal. Stimmt das überhaupt?

Die Insolvenz eines DAX-Konzerns ist zwar einmalig, Tagesverluste in einem ähnlichen Ausmaß waren jedoch gar nicht so selten, wie die folgende Liste der 10 größten Tagesverluste von DAX-Titeln seit Bestehen des DAX 1987 aufzeigt:

 

1.

Hypo Real Estate

-73,9%

am 29.09.2008

2.

Wirecard

-61,8%

am 18.06.2020

3.

MLP

-48,7%

am 02.08.2002

4.

VW-Stammaktie

-45,3%

am 29.10.2008

5.

Infineon

-39,6%

am 03.12.2008

6.

Hypo Real Estate

-37,4%

am 06.10.2008

7.

Wirecard

-35,3%

am 19.06.2020

8.

Hypo Real Estate

-35,2%

am 15.01.2008

9.

Wirecard

-26,0%

am 28.04.2020

10.

Wirecard

-25,1%

am 01.02.2019

 

wissen, dass sich solch große Tagesverluste einzelner Aktien i.d.R. auch rechtzeitig im Chart ankündigen. So lag im Rahmen der zehn größten Tagesverluste einer DAX-Aktie seit Auflage des DAX im Jahre 1987, lediglich der Aktienkurs der VW-Aktie oberhalb ihrer 200-Tagelinie. Neun der zehn größten Tagesverluste spielten sich bereits unterhalb der 200-Tagelinie der betreffenden Aktie ab. Kein Wunder also, dass das Chance-/Risiko-Verhältnis der 200-Tagelinie-Strategie auch auf Einzelaktienebene so gut ist.

 

Dass nun bei Wirecard etwas im Busch ist, deutet der Chart schon seit Oktober 2018 an:

 

Wirecard beginnt schon im Oktober 2018 zu schwächeln

 

 

 

 

Quelle: onvista.de

Im Einzelnen:

 

Betrachten wir uns zunächst die grün eingezeichnete 200-Tagelinie der Wirecard – Aktie. Hier wird schnell sichtbar, dass die Wirecard-Aktie bereits im November 2018 diesen gleitenden Durchschnitt durchschlagen hat. Mit Hilfe eines zweiten gleitenden Durchschnitts, der kurzfristigeren GD/SMA 38, kann zusätzlich die Trendstärke einer Aktie analysiert werden. In der Grafik ist die GD38 lila eingezeichnet.  Es wird deutlich, daß diese Linie schon ab dem September 2018 abwärts gerichtet ist. Zusätzlich verkleinert die GD38 ihren Abstand zur SMA200 zunehmend – ebenfalls ein Zeichen von Schwäche. Im Dezember 2018 schließlich durchbrach die GD38 sogar ihre GD200. Ein endgültiges Verkaufssignal. Zwar durchbrach die GD38 im Juni 2019 nochmals die GD200 von unten nach oben – doch zum einen ging dies nur noch bis zum September 2019 gut und zum anderen blieb der Abstand von der GD38 zur GD200 im Konkurrenzvergleich zu den anderen deutschen Aktien denkbar gering. Einen Platz unter den trendstärksten deutschen Aktien konnte Wirecard damit nicht mehr erringen.

 

Durch den im August bis Dezember 2018 immer kleiner werdenden Abstand zwischen der GD38 und GD200 haben viele Trendfolger im Schnitt bei ca. 150 Euro schon 2018 bei Wirecard Kasse gemacht – so auch wir in unserem Fonds “Deutsche Aktien Systematic Invest“. Die Umsetzung ist recht simpel. Zunächst nehmen wir im Rahmen einer Titelselektion eine Vorauswahl anhand der GD200 vor. Nur die Titel aller 160 in den Indizes DAX, MDAX, TecDAX und SDAX, gelisteten Titel, die oberhalb ihrer GD200 notieren, kommen in die engere Auswahl. In einem zweiten Schritt berechnen wir dann für die restlichen Titel den Abstand der GD38 zur GD200 und bilden ein Ranking. Nur in die Aktien auf Platz 1 bis 20 und damit in die Aktien mit dem größten positiven Abstand von der GD38 zur GD200 wird investiert.

 

 

 

 

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